Worin finden wir den Sinn des Lebens? Letztlich ist es kein Ziel, vielmehr das Leben an sich. Der Sinn des Lebens liegt im Leben selbst. Wenn wir tief in uns hineinfühlen und jeden einzelnen Moment sowie das Große Ganze als Eins sehen, erkennen wir die Tragweite unserer Aufrichtigkeit. Denn aus Aufrichtigkeit entsteht Liebe – und Liebe ist es, die uns trägt. Dankbarkeit ist erfüllt von Liebe. Rein. Pur. Eine echte Essenz des Lebens.
Dankbarkeit zu praktizieren kann uns einerseits verbundener mit dem Leben machen, andererseits aber auch eine gewisse Blindheit für die alltäglichen, kleinen Momente der Dankbarkeit verursachen. Wenn wir uns einmal ansehen wofür Dankbarkeit praktiziert wird:
Dankbar für das Leben an sich → Die Dankbarkeit gebührt deiner Mutter, denn sie hat dir dieses Leben geschenkt, indem sie dich geboren hat. Selbst wenn sonst nicht viel da ist, wofür du ihr dankbar sein kannst, ist dies doch wirklich etwas, wofür wir dankbar sein können. Was du dann aus deinem Leben machst, liegt an dir.
Dankbar für die Menschen um mich herum → Die Dankbarkeit für gewisse Verbindungen ist oftmals nicht stetig. Wir sind im einen Moment dankbar für eine Verbindung, machen uns aber vielleicht zu blind für die Momente, in denen wir zunächst nichts sehen, wofür wir dankbar sein könnten. Auch schwierige Verbindungen können Dankbarkeit auslösen.
Dankbar für Dinge, die ich besitze → Hier liegt wohl eine große Kunst. Denn es setzt ein gewisses Maß an Demut voraus, Materie dankbar anzunehmen. Es kann jederzeit sein, dass wir gewisse Dinge verlieren – und auch dann zu sehen, dass selbst im Verlust von Dingen eine Form von Dankbarkeit entstehen kann.
Für mich bedeutet Dankbarkeit, dass ich fähig bin, wirklich bewusst und zweifellos in mich zu gehen und alle Facetten des Lebens als wichtig anzusehen. Nichts zu vermeiden, nur weil es im ersten Moment unangenehm wirkt. Für mich selbst einzustehen. Dankbarkeit setzt Selbstreflexion, Selbstliebe, Selbsterkenntnis und Selbstfürsorge voraus.
Dankbarkeit ist ein Akt des Selbst. Sie ist nichts, dass von außen ausgelöst wird, es kommt aus unserem Inneren – nach gewissen Erfahrungen, nach gewissen Verlusten und Gewinnen.
Folgen wir uns Selbst, wird Dankbarkeit zum Ausdruck unserer Seele. Dann sind wir im Einklang. Dann spüren wir die Tragweite unserer Selbstreflexion, unserer Selbstliebe, unserer Selbsterkenntnis und unserer Selbstfürsorge.
Praktische Tipps um Dankbarkeit wirklich zu spüren: (und nicht nur oberflächliche Dankbarkeit)
• Halte einen Moment inne.
Dankbarkeit entsteht selten im Lärm. Nimm dir bewusst Zeit, still zu werden und zu fühlen, was gerade da ist – ohne es sofort zu bewerten.
• Sieh auch das Schwierige an.
Wahre Dankbarkeit entsteht nicht nur aus Freude. Manchmal liegt sie verborgen in den Erfahrungen, die uns geformt, gestärkt oder wachgerüttelt haben.
• Spüre deinen Körper.
Dankbarkeit ist kein Gedanke, sondern ein Gefühl. Atme ruhig, lege eine Hand auf dein Herz und frage dich: Was in meinem Leben trägt mich gerade?
• Erkenne die kleinen Momente.
Ein Blick, ein Atemzug, ein Gespräch, ein Sonnenstrahl – das Leben zeigt sich oft im Unspektakulären.
• Schreibe es auf.
Nicht als Pflichtübung, sondern als Spiegel deiner Seele. Ein Satz am Tag kann reichen: Heute bin ich dankbar für …
• Erlaube dir auch Undankbarkeit.
Manchmal fühlen wir sie einfach nicht – und das ist menschlich. Ehrlichkeit mit sich selbst ist der Boden, aus dem echte Dankbarkeit wachsen kann.
• Teile Dankbarkeit.
Wenn du jemandem sagst, dass du dankbar für ihn bist, entsteht etwas Verbindendes. Dankbarkeit wird größer, wenn sie ausgesprochen wird.
Dankbarkeit ist kein Ziel, das wir erreichen müssen – sie ist der Moment, in dem wir erkennen, dass das Leben uns längst trägt.
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